Rezepte – Carlexander kocht
Willkommen in dem Teil des Katerprotokolls, in dem Carlexander den Schreibtisch gegen die Arbeitsplatte tauscht und feststellt, dass eine Küche organisatorisch kaum weniger anspruchsvoll ist als ein durchschnittliches Projekt.
Hier wird gekocht, gebacken, abgeschmeckt und gelegentlich gesucht. Meist nach dem Kochlöffel. Manchmal nach einer freien Ecke auf der Arbeitsfläche. Und erstaunlich oft nach der Schüssel, die eben noch ganz sicher genau hier stand.
Carlexander kocht mit Genuss, Neugier und dem festen Vorsatz, alles im Griff zu behalten. Das funktioniert in der Regel bis zu dem Moment, in dem gleichzeitig etwas im Ofen ist, etwas auf dem Herd blubbert und eine Zutat auftaucht, die laut Rezept längst hätte vorbereitet sein sollen.
Das Ergebnis ist trotzdem kein Küchenkatastrophenblog. Die Rezepte sollen nachvollziehbar bleiben, Mengen und Arbeitsschritte klar sein und das Essen am Ende im Mittelpunkt stehen. Das kleine Chaos dazwischen gehört lediglich zur Dokumentation des Produktionsprozesses.
Zwischen Schneidebrett, Pfanne und Backblech entstehen deshalb keine Hochglanzrezepte aus einer sterilen Versuchsküche, sondern Gerichte, die tatsächlich gekocht werden. Mit echten Zutaten, echten Arbeitsschritten und gelegentlichen Erkenntnissen wie: Eine gute Mise en place ist vermutlich sinnvoller, als Carlexander bisher zuzugeben bereit war.
Mal ist das Ergebnis überraschend elegant. Mal sieht die Küche aus, als hätte dort kurzfristig eine sehr kleine Gastronomiemesse stattgefunden. Beides wird protokolliert.
Kurz gesagt: Hier gibt es Rezepte für Menschen, die gern gut essen, gern selbst kochen und akzeptiert haben, dass zwischen „Das dauert nur zwanzig Minuten“ und dem fertigen Teller durchaus eine gewisse interpretative Freiheit liegen kann.
Carlexander nennt das Prozessoptimierung.
Die Küche nennt es Dienstag.
