2025-04-14 – Tag 7: Klassisches Wohnhaus mit Balkonen

Reiseepisode

2025-04-14 – Tag 7: Klassisches Wohnhaus mit Balkonen

Tag 7 · 2025-04-14 · Barcelona

Barcelona setzte den Rundgang dort fort, wo Carlexanders Ordnungssinn längst den Anschluss verloren hatte. Vor ihnen stand ein mehrstöckiges Wohnhaus mit weißer Fassade, rosa Akzenten und schmiedeeisernen Balkonen; manche Fenster waren geöffnet, andere geschlossen. Carlexander rückte seine rote Brille zurecht und betrachtete die feinen Gitterwerke wie ein System, dessen Regeln nur den Bewohnern bekannt waren. Briemma stellte ihren Gehstock ruhig auf das Pflaster. „Du musst nicht jeden Balkon verwalten.“ Gleich danach zog eine gotische Kirche mit Rosettenfenster, Skulpturen und schlanken Türmen den Blick nach oben.

Die Stadt wechselte ihre Maßstäbe ohne Vorwarnung. Auf die steinerne Kirchenfassade folgte eine Metzgereivitrine mit unterschiedlich gebratenen, geschnetzelten Fleischstücken, von heller Oberfläche bis zur dunklen Kruste. Carlexander nahm diesen Übergang mit müder Würde hin; Barcelona hielt offenbar wenig von thematisch sauberen Kapiteln. Wenig später stand wieder eine gotische Kathedrale im Blickfeld, mit markantem Turm, Straßenlaterne, Verkehrssignal, Zeitungskiosk und Bäumen. Menschen gingen vorüber, während über dem Stein ein klarer blauer Himmel mit einigen Wolken lag.

Vor einem historischen Gebäude mit Steinmauern und Balkonen schwebten Seifenblasen durch den Vordergrund. Menschen waren am unteren Bildrand zu sehen, doch für einen Moment beanspruchten die glänzenden Kugeln die gesamte Aufmerksamkeit. Carlexander sah ihnen nach, als erwartete er eine nachvollziehbare Flugbahn. „Lass es“, sagte Briemma. „Sie haben keinen Ablaufplan.“ Hinter dieser kleinen, beweglichen Unordnung warteten bereits die schmalen Gassen Barcelonas, historische Fassaden und ein überdachter Gang, der den Weg optisch noch enger zusammenzog.

Die nächste Straße öffnete sich wieder etwas und zeigte mehrstöckige Steinbauten mit Balkonen, Fenstern und antik wirkenden Laternen an Metallgestellen. Menschen gingen ruhig hindurch, während Carlexander und Briemma dem Verlauf der Altstadt folgten. Danach wurde die Passage erneut schmal: alte Steinbauten standen zu beiden Seiten, ein leerer Bürgersteig traf auf eine Fußgängerzone, dazu kamen ein Fahrradverbotsschild und Graffiti. Die als neblig beschriebene Ansicht wirkte weniger wie eine große Sehenswürdigkeit als wie jener Zwischenraum, in dem eine Stadt ihren Alltag ohne besondere Erklärung fortsetzt.

Ein klassischer Brunnen mit mehreren Skulpturen stand vor einem großen historischen Gebäude mit Balkonen und Säulen. Die Szene wirkte ruhig, doch der weitere Weg verdichtete sich rasch wieder zu hohen Wohnfassaden in Beige und Grau. Geschlossene Fenster und Jalousien wechselten einander ab; Kabel zogen sich an den Häusern entlang, aus einzelnen Fenstern hingen Pflanzen. Briemma ging gleichmäßig weiter, den eleganten Gehstock sicher gesetzt. Carlexander sah nach oben und stellte fest, dass selbst die Leitungen in diesen Gassen mehr Ortskenntnis besaßen als er.

Eine gotische Kirchenfassade aus Backstein brachte mit ihren großen Buntglasfenstern und der symmetrischen Anordnung kurzzeitig wieder Ordnung in die Ansicht. Gleich daneben erinnerte der Fleischladen mit seinem Schaufenster daran, dass Altstadtgeschichte auch aus sehr gegenwärtigem Appetit besteht. Schinken und Wurstwaren hingen an der Rückwand, über dem Eingang stand „MESTRE XARCUTER“. Danach führte der Weg durch eine Gasse mit Steinwänden, Holzbalkendecken, Graffiti und einem roten Tor. Ein Mann ging hindurch; im Hintergrund erschienen erneut alte Gebäude und Balkone.

Ein großes historisches Gebäude mit mehreren Stockwerken dominierte anschließend die belebte Stadtmitte, während Passanten an Straßenlaternen und weiteren Fassaden vorbeizogen. Vor einer gotischen Kirche stand eine Reiterstatue; über dem klaren blauen Himmel flog ein Vogel am oberen Bildrand vorbei. Die nächste enge Straße lag zwischen steinernen Gebäuden, und das Sonnenlicht warf deutliche Schatten auf den Weg. Menschen gingen ruhig weiter. Carlexander betrachtete die Abfolge aus Gasse, Platz und Monument. „Jetzt ergibt es fast ein Muster.“ Briemma hob nur leicht den Blick. „Das wird vorbeigehen.“

Vor der detaillierten Kathedralfassade sammelten sich zahlreiche Menschen, einige gingen durch den Eingang hinein oder kamen heraus. Eine weitere Perspektive zeigte markante Türme, spitze Dächer, gotische Fenster und Skulpturen unter bewölktem Himmel. Danach folgten Bronzefiguren an einer klassizistischen Fassade und eine Bronzetafel an einer Steinwand, in die Namen zum Gedenken an jene eingraviert waren, die ihr Leben für Gott, Vaterland und König geopfert hatten. Den Abschluss dieses Rundgangs bildete ein großes Gebäude mit Säulen, Fenstern sowie spanischen und katalanischen Flaggen auf dem Dach, während Menschen davor unterwegs waren oder in Gruppen standen.

Nach den engen Gassen bekam die Stadtlandschaft plötzlich wieder Weite. Ein markanter Turm trug die Seilbahn über das Umfeld, Palmen standen davor, und der klare Himmel ließ die Konstruktion deutlich hervortreten. Die Kabinen bewegten sich oberhalb der architektonischen Strukturen, während Carlexander ihren Weg mit jener Konzentration verfolgte, die er sonst für Fahrpläne reservierte. Hier genügte allerdings ein Blick nach oben: Der Verlauf war sichtbar, das Ziel blieb außerhalb des Bildes.

Briemma blieb neben ihm stehen und stützte sich auf ihren Gehstock. „Eine Strecke, zwei Richtungen, keine Diskussion“, sagte sie. Carlexander nickte anerkennend. Die Seilbahn hatte in wenigen Sekunden geschafft, woran Barcelona den ganzen Rundgang über kein Interesse gezeigt hatte: eine klar erkennbare Linie. Dann wandten sie sich wieder dem Weg zum Hafen zu, ohne daraus eine größere organisatorische Erkenntnis abzuleiten. Für einen Reisetag war bereits ausreichend analysiert worden.

Palmengestützte Seilbahn Tower

Die Bildfolge auf dem Weg zurück an Bord begann mit einem irritierenden Einschub: In einer als Flughafenhalle erfassten Szene bereitete ein Barista Ananaswasser vor. Leere Gläser standen ordentlich gestapelt auf einem Tisch, während eine große Karaffe gefüllt wurde. Carlexander hätte diese unerwartete Station gern sauber eingeordnet, doch Briemma ersparte ihm die Arbeit mit einem knappen „Weiter“. Der nächste Blick passte wieder eindeutig zur Route: Im Hafen von Barcelona lag ein großes Kreuzfahrtschiff zwischen weiteren Schiffen und Anlegestellen, dahinter zeichneten sich Gebäude der Stadt ab.

An Bord verlagerte sich die Aufmerksamkeit auf eine italienische Speisekarte mit Vorspeisen, Suppen, Pasta, Pizza, Gemüsegerichten und Desserts samt Preisen in Euro. Die Auswahl war umfangreich genug, um Carlexanders Entscheidungsfreude ernsthaft zu prüfen. Zuerst erschien cremiger Käse auf einem weißen Teller, umgeben von dunklem Sirup und begleitet von einem Cracker. Danach folgte eine cremige Tomatensuppe in weißer Schale, mit Kräutern bestreut; auf dem Unterteller lag ein Teelöffel. Briemma wartete ruhig, während Carlexander noch so tat, als folge die Bestellung einer Strategie.

Die weiteren Teller widersprachen jeder Absicht zur Zurückhaltung. Ein üppiger Blattsalat wurde von fein geschnittenem Schinken und Rucola begleitet, ein zweiter Rucolasalat von Lachsscheiben, Parmesan, Kapern, Oliven und cremiger Sauce. Darauf folgte eine goldbraun gebackene Pizza mit Tomatensoße, Mozzarella, schwarzen Oliven und Kapern. Schließlich stand eine Schüssel gerippter Pasta in cremiger Sauce bereit, ergänzt durch frischen Spinat und reichlich Parmesan. „Das ist keine Planung mehr“, sagte Briemma. Carlexander sah auf die Speisen. „Es ist eine belastbare Auswahl.“

Zum Schluss weitete sich die Auswahl noch einmal aus: Obst lag in Körben und Schalen, daneben standen Kuchen auf Tellern. Weitere Bereiche zeigten Desserts in Gläsern sowie Bananen, Ananas und Äpfel, ordentlich und einladend präsentiert. Eine Kühlschrankvitrine bot schließlich Eiscreme an, darunter Schoko, KiBa und Quark; ein Mitarbeiter war dahinter zu sehen. Nach Balkonen, Kirchen, Gassen, Monumenten und Hafen endete der Tag damit in einer Form von Vielfalt, die Carlexander nicht mehr sortieren musste. Briemma wählte pragmatisch, und Barcelona blieb draußen ebenso unabschließend, wie es sich den ganzen Rundgang über gezeigt hatte.