Reiseepisode
2025-04-09 – Tag 2: stimmungsvolle Tänzer und Einstimmung auf das Taufkonzert
Tag 2 · 2025-04-09 · Málaga
Der zweite Reisetag in Málaga hatte seine größte Lautstärke noch vor sich. Bevor Carlexander und Briemma das Konzertgelände betraten, führte der Weg noch einmal am Buffet vorbei. Vegane Currywurst, Pommes frites und weitere vegetarische Gerichte standen in warmen Schalen bereit. Carlexander betrachtete die Auswahl durch seine rote Brille mit jener Sorgfalt, die andere Reisende gewöhnlich erst bei der Kabinenrechnung entwickeln.
Daneben warteten Fleischbällchen, Chili Carne und Käsekreiner in weißen Schalen, während hinter dem Buffet weiter zubereitet wurde. Briemma stützte sich ruhig auf ihren eleganten Gehstock und ließ Carlexander zwischen den Angeboten abwägen. „Du planst das Essen wie einen Landgang“, sagte sie. Carlexander nahm einen Teller und erklärte die Sache damit für organisatorisch abgeschlossen.


Am Abend bekam die Veranstaltung ihren offiziellen Ton. Auf der Bühne hielt eine Frau ein Dokument in der Hand, zwei Männer standen neben ihr, und aus dem erwarteten Konzert wurde zunächst eine TUI-Cruises-Zeremonie. Carlexander hörte aufmerksam zu, obwohl seine Haltung verriet, dass er musikalische Programmpunkte für grundsätzlich weniger erklärungsbedürftig hielt. Briemma blieb pragmatisch: „Wer vorne steht, muss offenbar erst beweisen, dass er berechtigt dort steht.“
Dann weitete sich das Bild zur großen Festivalbühne. Ein Musiker wandte sich singend oder sprechend an das Publikum, weitere Musiker warteten im Hintergrund, und aus der förmlichen Einstimmung wurde allmählich ein Konzertabend. Die VIP-Tickets brachten Carlexander und Briemma weit nach vorn in die erste Reihe. Nähe zur Bühne ist ein Privileg, das zugleich zuverlässig zeigt, wie groß Lautsprecher aus unmittelbarer Perspektive wirken.
Ein Sänger im weißen Oberteil stand am Mikrofon, flankiert von zwei Tänzerinnen; Gitarre und Saxophon ergänzten den Auftritt. Die Tänzerinnen gaben der Musik Bewegung, ohne dass die Bühne unruhig wirkte. Später verdichteten farbige Strahler die Nacht, und im Vordergrund reagierten die Zuschauer sichtbar auf die Show. Carlexander gab den Versuch auf, den Ablauf noch in einzelne Programmpunkte zu zerlegen.
Mit einem Musiker im roten Oberteil, weiteren Instrumentalisten und Tänzerinnen gewann die Live-Performance nochmals an Tempo. Schließlich füllten Sänger, Musiker und farbige Bühnenlichter gemeinsam die Szene. Das angekündigte Taufkonzert mit Robbie Williams war nun keine ferne Aussicht mehr, sondern der bestimmende Teil des Abends. „Dein Zeitplan hält“, sagte Briemma. „Nur die Veranstaltung hält sich nicht daran.“ Carlexander nahm das als zutreffende Zusammenfassung.






Schon das Betreten des Eventgeländes im Hafen von Málaga hatte gezeigt, dass dieser Abend größer angelegt war als ein gewöhnlicher Auftritt. Ein Kreuzfahrtschiff lag am Dock, Menschen sammelten sich um einen blauen Pavillon, und zwischen Brücke und Gebäude mit Balkonen führte der Besucherstrom zur Bühne. Dank der VIP-Tickets mussten Carlexander und Briemma nicht lange rätseln, welche Richtung vorgesehen war. Die erste Reihe war als Ziel überzeugend genug.
Zwei Figuren in roten Kostümen standen auf Stelzen vor der Bühne und überragten das Publikum mit professioneller Gelassenheit. Dahinter zeigte ein riesiger Bühnenbildschirm einen Gitarristen, während die Zuschauer dichter zusammenrückten. Briemma betrachtete die Stelzen, dann ihren Gehstock. „Man kann Mobilität auch unnötig ehrgeizig lösen“, sagte sie. Carlexander widersprach nicht, weil die Beweislage mehrere Meter hoch war.
Zur Festivalordnung gehörte auch die Verpflegung. Ein Hot-Dog-Stand stand mit Blick auf das Kreuzfahrtschiff bereit, eine Person bediente den Wagen, andere Besucher gingen vorbei. Wenige Schritte weiter versammelte sich das Publikum auf einem roten Teppich im Hafenbereich. Über der Menge flog ein Hubschrauber, der dem ohnehin aufmerksamkeitsstarken Gelände eine weitere Blickrichtung hinzufügte.
Vor der großen Bühne lagen Koffer und Geräte für Licht und Ton bereit; eine Person hielt ein Getränk, eine weitere stand am roten Teppich. Auf der Bühne kündigte die große Anzeige unmissverständlich das Konzert an, während Besucher ihre Aufnahmen machten. Der Aufbau wirkte inzwischen nicht mehr wie die Konstruktion vom Morgen, sondern wie ein Gelände, das genau wusste, wie viele Augen sich bald auf einen einzigen Punkt richten würden.
Als der Hubschrauber über der Menschenmenge und dem Kreuzfahrtschiff erschien, gingen zahlreiche Blicke und Kameras nach oben. Carlexander blieb bei der Bühne, Briemma beobachtete den Wechsel der allgemeinen Aufmerksamkeit. „Rahmenprogramm“, sagte sie knapp. Es war tatsächlich reichlich davon vorhanden: Stelzenfiguren, roter Teppich, Verpflegung, Großbild und Luftshow arbeiteten gemeinsam daran, die Zeit bis zum Hauptprogramm möglichst ereignislos aussehen zu lassen.








Zur Eröffnungszeremonie trat zunächst ein Sänger im hellen Anzug ans Mikrofon. Hinter der Freiluftbühne waren Hügel mit vereinzelten Gebäuden zu erkennen, während das Publikum nach vorn blickte. Der musikalische Auftakt hielt die Stimmung in Bewegung, ohne den offiziellen Anlass zu verdecken. Carlexander schätzte diese Form der Überleitung: Niemand musste so tun, als sei eine Rede bereits ein Konzert.
Danach standen zwei Personen auf der Bühne, groß für das Publikum übertragen. Es folgten die formellen Vorstellungen, darunter die Direktorin und die Kapitäne der drei Schiffe. Auf dem großen Bühnenbild erschienen mehrere Beteiligte und ihre Funktionen. Briemma hörte ruhig zu. Carlexander versuchte kurz, die Reihenfolge zu ordnen, bis Briemma bemerkte: „Sie werden alle vorgestellt. Du darfst entspannen.“
Mit der Taufpatin Giuliana Rizzo erreichte die Zeremonie ihren vorgesehenen Höhepunkt. Die Champagnerflasche zerschellte am Bug, und aus den Ansprachen wurde der eigentliche Taufmoment der Mein Schiff Relax. Der offizielle Teil war damit nicht bloß angekündigt, sondern vollzogen. Vor der Bühne blieb kaum Zeit für feierliche Nachbetrachtungen, denn der Konzertabend wartete bereits auf seine nächste Lautstärke.



Zwischen Zeremonie und Konzert bewegte sich ein mobiler Bierwagen durch den Hafenbereich. Ein Verkäufer im grünen T-Shirt bediente einen Kunden am mit „Cervezaman“ beschrifteten Wagen; dahinter blieben Menschen und das Kreuzfahrtschiff sichtbar. Das mobile Bier löste ein Problem, das viele Veranstaltungen erst durch lange Schlangen erzeugen. Carlexander erkannte darin einen seltenen Fall gelungener Reiseorganisation.
Briemma sah ihn bereits rechnen, wie oft der Wagen wohl dieselbe Runde fahren würde. „Du musst keine Route dafür erstellen“, sagte sie. Carlexander bestritt, eine solche Absicht gehabt zu haben, allerdings mit etwas zu langer Verzögerung. Der Wagen zog weiter, während sich das Publikum wieder zur Bühne orientierte und der Abend endgültig in das Hauptprogramm überging.

Später war das Konzert auch an Bord zu verfolgen: Eine Bühnenansicht mit Mikrofonen und einer Person in der Mitte brachte das Geschehen zu den dort versammelten Zuschauern. Damit reichte die Veranstaltung über das eigentliche Gelände hinaus. Carlexander stellte fest, dass man der Musik an diesem Abend kaum versehentlich entkommen konnte. Briemma hielt das nicht für einen Mangel, sondern für eine präzise Beschreibung des Veranstaltungskonzepts.
Zum Abschluss lag das große Kreuzfahrtschiff blau beleuchtet in der Nacht. Auf den Decks standen Menschen, darüber zeichneten sich Balkone, Fenster und die gestaffelte Struktur des Schiffes ab. Nach Buffet, Stelzenfiguren, rotem Teppich, Hubschrauber, Taufe und Konzert war Málaga für diesen Tag keineswegs leise geworden. Carlexander und Briemma ließen den Blick über das beleuchtete Schiff gehen. Der zweite Reisetag hatte seine angekündigte Lautstärke erreicht und dabei erstaunlich wenig ungenutzt gelassen.

