2026-05-20 – Tag 2: CheckIn und betretetn der Explora I und Cove Residence

2026-05-20 – Tag 2: CheckIn und betretetn der Explora I und Cove Residence

Reiseepisode

2026-05-20 – Tag 2: CheckIn und betretetn der Explora I und Cove Residence

Tag 2 · 2026-05-20

Mittags ging es vom Hotel Calderon hinüber zum Schiff, und obwohl der Weg nicht weit war, fühlte er sich an wie ein kleiner Ausflug durch Barcelonas Geduld. Die Stadt hatte offenbar beschlossen, uns nicht einfach ziehen zu lassen: voll war es, und unser Uber kam verspätet genug, um an der Bordsteinkante eine leicht komödiantische Unterhaltung mit dem Sicherheitschef und dem Concierge anzuschieben. Sprachbarrieren sind ja meistens nur das höfliche Wort für ein gemeinsames Schulterzucken.

Am Terminal zeigte sich dann sofort, dass Größenverhältnisse eine Frage der Vorjahreserfahrung sind. Die Explora lag elegant am eigenen MSC Terminal, und ich musste unwillkürlich an die Relax vom letzten Jahr denken, die viermal so groß war und wahrscheinlich schon aus Prinzip anders atmete. Hier wirkte alles kompakter, fast beinahe bescheiden, was auf einem Kreuzfahrtschiff natürlich nur eine vorübergehende menschliche Verwechslung sein kann.

Der Empfang mit den Suiten Hosts war erstaunlich entspannt, und während andere am normalen Schalter länger warteten, als es einem lieb sein kann, wurden wir schon freundlich aufgenommen. Sanal begrüßte uns absolut perfekt, Anthony unterstützte mit der Sorte Herzlichkeit, die nicht fragt, ob man Hilfe braucht, sondern davon ausgeht, dass man sie inzwischen verdient hat. Selbst der Empfangskellner reichte den Champagner mit einem Strahlen, als hätte er persönlich die Sonne organisiert.

Während Sanal uns die ersten Gepflogenheiten an Bord erklärte, inklusive des kurzen Sicherheitsbriefings an der Musterstation, setzte sich dieses Gefühl von ordentlicher Überwältigung fort. Nicht laut, nicht aufdringlich, eher so, wie Luxus eben wirkt, wenn er nicht nach sich selbst ruft. Ich nickte also würdevoll und fragte mich insgeheim, ob hier irgendwo ein unsichtbarer Regisseur sitzt, der auf jedem Schritt ein wenig zu viel Gelassenheit verteilt.

Projektion mit Text im dunklen Raum
Projektion mit Text im dunklen Raum
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Digitale Projektion im Dinner Raum
Digitale Projektion im Dinner Raum
Gäste im Restaurant
Gäste im Restaurant
Projektion mit Text im dunklen Raum
Projektion mit Text im dunklen Raum
Kabine mit Blick aufs Wasser
Kabine mit Blick aufs Wasser
Gefüllter Kühlschrank in der Kabine
Gefüllter Kühlschrank in der Kabine
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Hafenblick am Wasser
Hafenblick am Wasser
Bühnenauftritt mit Publikum
Bühnenauftritt mit Publikum
Modernes Bad in der Suite
Modernes Bad in der Suite
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Hafenblick mit Kreuzfahrtschiffen
Kreuzfahrtschiff am Wasser
Kreuzfahrtschiff am Wasser
Kabinen oder Zimmeransicht
Kabinen oder Zimmeransicht
Gefüllter Kühlschrank in der Kabine
Gefüllter Kühlschrank in der Kabine

Dann öffnete sich unsere Suite, die Cove Residence, und ich verzeihe an dieser Stelle alles, was ich je leichtfertig als Balkonkabine bezeichnet habe. Der Aufenthaltsbereich ist so groß wie auf anderen Schiffen die gesamte Kabine, und der erste Blick in den Raum fühlte sich an, als hätte jemand die Idee von Platz ernst genommen. Briemma blickte sich nur kurz um und sagte trocken: „Das ist also der Teil, in dem man so tut, als wäre man zufällig an Bord.“

Das Schlafzimmer war getrennt, groß und mit Kofferschutz aufgeschlagen, als habe man uns bereits erwartet, bevor wir es selbst taten. Es war kein Raum, der sich anstrengte; er war einfach da, still, ordentlich und bereit zum Ruhen. Ich bemerkte, dass auf einem Schiff sogar die Ruhe eine bessere Adresse bekommt als anderswo.

Und dann die kleinen Aufmerksamkeiten, die vielleicht doch die großen sind: Champagner, Schokolade und eine Atmosphäre, die im Stillen sagte, dass hier niemand an der falschen Ecke sparen wollte. Der gefüllte Kühlschrank und die sorgsam arrangierten Kleinigkeiten machten den Aufenthalt sofort runder, fast so, als würde man nicht nur ankommen, sondern bereits mitgedacht werden. „Das ist gefährlich“, murmelte Briemma, „man gewöhnt sich an so etwas schneller, als einem lieb ist.“

Weniger poetisch, aber durchaus ehrlich war der Hinweis auf die Zusatzmöglichkeiten, mit denen man überall und nicht ganz unauffällig zum Ausgeben animiert wurde. Der kleine Wehmutstropfen blieb, auch wenn er dem Gesamteindruck nur am Rand etwas Luft nahm. Luxus kann eben vieles elegant lösen, aber nicht die alte Gewohnheit, an jeder schönen Stelle noch einen Preisschildschatten zu werfen.

Auf dem Balkon wurde das Bild dann wieder ruhig. Der Blick über das Wasser und die Kreuzfahrtschiffe lag klar vor uns, und der Balkon war riesig genug, dass Daybed und Tisch nicht wie Zubehör, sondern wie eine Haltung wirkten. Selbst bei einem Schiff, das offenbar nicht voll war, fühlte sich dieser Ort an wie ein sehr überzeugender Plan für die nächsten Stunden.

Der Whirlpool wirkte zunächst ein wenig furchteinflößend, nicht wegen des Wassers, sondern wegen seiner besonderen Selbstverständlichkeit. Briemma sah ihn an, als habe sie einen schlecht erzogenen Gedanken entdeckt, und meinte nur: „Den brauchen wir nie.“ Spoiler: Wir haben ihn täglich genutzt, und ich nehme an, der Whirlpool hat diesen Meinungswechsel mit der Würde eines sehr gut bezahlten Möbelstücks hingenommen.

Im Bad setzte sich der Eindruck fort, dass hier alles eher in Suite-Dimensionen gedacht worden war als in gewöhnlichen Kabinenlogiken. Modern, klar, mit den richtigen Flächen und der Art von Glanz, die nicht schreit, sondern still darauf besteht, dass man heute bitte vernünftig beeindruckt ist. Ich wusch mir die Hände und hatte den Verdacht, dass selbst das Wasser hier etwas mehr Stil besitzt.

Am Ende war selbst der Blick nach draußen kein bloßer Ausblick, sondern Teil dieser eigenartigen Großzügigkeit. Der Balkon blieb riesig, das Daybed bequem, und die ruhig schaukelnde Umgebung machte es leicht, sich einzurichten, als wäre man für längere Zeit genau hier vorgesehen. Nicht schlecht für einen Tag, der eigentlich mit einem verspäteten Uber und einer sprachlich improvisierten Begrüßung begonnen hatte.

Der Whirlpool blieb dabei der leicht unheimliche Mittelpunkt der Diskussion, besonders weil Briemma mit der ihr eigenen Trockenheit meinte, man brauche den bei all den Pools ohnehin nie. Ich sah später noch einmal hinaus und musste zugeben, dass der Ort eine Art stille Verführung ausübte: Man möchte ihn nicht sofort, aber irgendwann dann doch. Und natürlich mit Badekleidung, denn da draußen filmte die ein oder andere Kamera aus Sicherheitsgründen die Bordwand, was romantisch nur klingt, wenn man nicht zu genau hinsieht.

Auch der Service um die Minibar war von dieser Sorte perfekter Aufmerksamkeit, bei der man nur ankreuzen muss, was man möchte, und der Rest sich wie von selbst erledigt. Perfekt, dachte ich, und zugleich ein kleines bisschen gefährlich für Menschen mit schwachem Willen und guter Laune. Explora versteht offenbar, dass Bequemlichkeit immer dann am besten funktioniert, wenn sie diskret daherkommt und trotzdem alles möglich macht.

Später wartete das Bordprogramm auf uns, nebst der Explora-Tote-Bag, die seitdem in Benutzung ist und damit schon einen erstaunlich nützlichen Lebenslauf vorweisen kann. Der Abend hatte nichts Hastiges mehr; er legte sich eher über den Tag wie ein sorgfältig gefalteter Stoff. Und irgendwo zwischen dem ersten Eindruck und dem langsamen Einrichten war klar geworden, dass dieser Einstieg nicht laut sein musste, um zu bleiben.

Zum Schluss sorgte auch der Snack-Hunger für seine eigene kleine Form von Fürsorge, täglich ausgewechselt und für uns getestet, als müsse man die Bordlogik erst durch Probieren bestätigen. Wir machten uns wieder fertig und läuteten mit einem kleinen Hüngerchen den Mittag auf dem Schiff ein, was in einem besseren Roman vermutlich als schlichte Geste durchginge. In Wirklichkeit ist es aber genau diese Art von Detail, an der man merkt, dass ein Tag auf See nicht nur aus Orten besteht, sondern aus sehr gut eingestellten Zwischenräumen.

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