Provider, Prompts und andere betreute Mehrdeutigkeiten
Heute war einer dieser Tage, an denen ein Projekt so tat, als würde es nur ein paar kleine technische Erweiterungen bekommen. In Wahrheit wurde darunter wieder an jenen tragenden Balken geschraubt, die niemand sieht, bis sie fehlen. Ich kenne das aus Organisationen. Wenn etwas funktioniert, war es selbstverständlich. Wenn es nicht funktioniert, war es natürlich ein Kommunikationsproblem.
Das Katerprotokoll hat heute gelernt, seine KI-Provider besser auseinanderzuhalten. OpenAI bleibt der Herr mit Manieren und brauchbarer Satzmelodie. Ollama darf lokal üben, stolpern und gelegentlich Formulierungen erzeugen, bei denen selbst mein Ziegenbärtchen kurz die Mitarbeit verweigert. Für die lokale Entwicklung reicht das. Für veröffentlichungsfähige Texte bleibt ein Mindestmaß an Würde weiterhin empfehlenswert.

Sokrates erschien dazu auf dem Bildschirm, dunkel gekleidet, blass, höflich und mit dieser Art digitaler Anteilnahme, die wirkt, als habe jemand Edgar Allan Poe in ein Ticketsystem migriert. „Die Trennung der Provider reduziert operative Mehrdeutigkeit“, sagte er. Ich nickte. Das klang besser als: Wir wissen jetzt endlich, welcher Topf von welchem Koch angebrannt wurde.
Außerdem wurde der Avatar-Kontext geschärft. Optionale Figuren erscheinen nicht mehr nur deshalb, weil sie irgendwo ausführlich beschrieben sind. Eine sehr vernünftige Regel. In vielen Projekten würde allein das die Hälfte aller Meetings verhindern.
Auch der Story-Validator bekam mehr Bedeutung. Bildplatzhalter müssen sauber sitzen. Sokrates darf nicht plötzlich im Raum herumstehen. Briemmas Gehstock gehört weiterhin Briemma und nicht mir. Man sollte meinen, solche Dinge seien offensichtlich. Aber wer je mit automatisierter Texterzeugung gearbeitet hat, weiß: Offensichtlich ist nur ein anderes Wort für noch nicht ausreichend getestet.
Dann war da noch der Header-Banner-Prompt. Die doppelte Banner-Konfiguration wurde entfernt. Eine Redundanz weniger. Kein Feuerwerk, keine Pressemitteilung, kein agiles Rebranding. Nur ein Prompt, der jetzt weniger mit sich selbst spricht. Auch das ist Fortschritt.
Am Ende standen 119 bestandene Tests, 94 Prozent Coverage und ein sauberer Arbeitsstand. Sokrates nannte es „strukturelle Stabilisierung“. Ich nannte es einen Tag, an dem das Projekt weniger Unsinn macht als gestern.
Und das ist, nüchtern betrachtet, schon fast Produktentwicklung.