Carlexander kocht
2026 08 31 Kalbsfilet in Salbeibutter auf Reginette Mafalde
Mit der Zucchini auf der weißen Schneideplatte begann der Abend ausgesprochen übersichtlich. Carlexander nahm das Messer, die bereits gehackten Stücke und die frischen Kräuter …
Mit der Zucchini auf der weißen Schneideplatte begann der Abend ausgesprochen übersichtlich. Carlexander nahm das Messer, die bereits gehackten Stücke und die frischen Kräuter zum Anlass für eine sorgfältige Bestandsaufnahme.
Briemma kannte den Unterschied zwischen Gemüsevorbereitung und Großprojekt, ließ ihm aber seinen würdevollen Auftakt. Während Carlexander die Zucchini zerkleinerte, räumte sie seufzend den ersten freien Platz für alles ein, was noch folgen würde.
Anschließend bauten beide das Mise en place auf wie echte Köche, allerdings mit mehr Geschirr als zwingend erforderlich. Drei Schalen standen dafür auf der glatten schwarzen Kochplatte bereit.
Carlexander verteilte die Fleischwürfel, die geschnittene Zucchini sowie Kräuter, Zwiebeln und Knoblauch sauber auf die einzelnen Schalen. „Sehr ordentlich“, sagte er. „Vor allem sehr viel zum Spülen“, erwiderte Briemma und begann bereits aufzuräumen.
Am Herd kam zuerst das Kalbsfleisch in die Edelstahl Pfanne. Im Olivenöl bekam es rasch braune Bratstellen, denn die Temperatur war zunächst deutlich zu hoch geraten.
Der kräftige Dampf lieferte die operative Rückmeldung schneller als jedes Thermometer. Carlexander regelte nach und stellte die Fleischstücke anschließend beiseite.
„War das so geplant?“, fragte Briemma. „Die Bräunung auf jeden Fall“, sagte Carlexander, während sie mit einem Seufzen die nächsten benutzten Schalen einsammelte.
Danach kamen die klein geschnittenen Schalotten mit einem stattlichen Stück Butter in die Pfanne. Der rheinische Geschmackswürfel, genannt Butter, schmolz schäumend zwischen den Bratrückständen und machte aus der kleinen Hitzepanne eine brauchbare Grundlage.
Schließlich rührte Carlexander Zucchini, Zwiebeln und Salbeiblätter zusammen. Die Holzgabel blieb griffbereit, während nebenan bereits der Topf auf der Kochplatte stand und Briemma den Arbeitsstand zwischen Herd und Spüle praktisch zusammenhielt.
Für den nächsten Abschnitt kamen die originalen Tre-Mulini-Reginette-Mafalde zum Einsatz, welche die Nachbarin aus Tirol vom Lidl mitgebracht hatte. Die 500-Gramm-Packung enthielt Pasta aus hundert Prozent italienischem Hartweizen, auf Bronze gezogen.
Nun widmete sich Carlexander der Portionsfrage mit der gebotenen Genauigkeit. Als großzügiger Vergleichswert galt eine normale Kumpelportion von etwa 300 Gramm, während für Briemma und ihn zusammen 180 Gramm reichen sollten.
Die digitale Waage beendete die Kalkulation bei 175 Gramm. Das lag fünf Gramm unter dem Plan und reichte dennoch als zwei Portionen, weshalb Carlexander das Ergebnis ohne weitere Nachverhandlung akzeptierte.
„Du darfst sie jetzt auch kochen“, sagte Briemma. Der Hinweis kam passend, denn das Wasser war wieder einmal viel zu spät aufgesetzt worden.
Im zu kleinen Edelstahltopf drängten sich die welligen Mafalde im kochenden Wasser und ließen es schließlich überkochen. Carlexander half mit dem hölzernen Stäbchen nach, während Briemma seufzend die Folgen auf der Kochfläche beseitigte; die Küchenlogistik blieb damit verlässlich arbeitsteilig.
Zum Abschluss fanden Mafalde, Kalbsfilet und grünes Zucchinigemüse gemeinsam auf den roten Teller. Dazu öffneten sie einen guten Primitivo, der ihnen in Neustadt empfohlen worden war, und füllten das Glas neben der Flasche mit dem angebrochenen Korken.
Carlexander betrachtete das fertige Essen als erfreulichen Beleg dafür, dass auch ein leicht chaotischer Ablauf zu einem ordentlichen Ergebnis führte. Briemma ersparte ihm eine ausführliche Schlussbilanz und genoss lieber Pasta und Wein. So endete das Küchenabenteuer warm, zufrieden und vor allem mit genau dem Essen, um das sich der ganze Aufwand gedreht hatte.
Zutaten

- Das Kalbsfilet war die Basis für unsere operative Essensplanung. (300gr Kalbsfilet)
- Die digitale Waage bestätigte die Portionslogistik. (180gr Reginette Mafalda Nudeln)
- Die Zucchini als strategischer Startpunkt (1 Zucchini)
- Frische Salbeiblätter als aromatischer Akzent (8 blätter frischen Salbei)
- Der rheinische Geschmackswürfel schmolz zwischen den Bratrückständen und rettete die operative Grundlage (Butter)
- Das neutrale Öl ist ein organisatorischer Kompromiss, den wir hier nicht brauchen. Olivenöl liefert genug Geschmackstiefe für das Fleisch. (etwas neutrales Öl)
- Eine einzige Knoblauchzehe für die gesamte Produktion ist zwar knauserig, aber im Rahmen der operativen Toleranzgrenzen akzeptabel. (1 Knoblauchzehe)
- Salz als strategischer Abschluss der Geschmacksarchitektur (Salz)
- Schwarzer Pfeffer als finale Qualitätskontrolle (schwarzer Pfeffer)
Arbeitsschritte
- Das Kalbsfilet aus dem Kühlschrank befreien, in Würfel schneiden und für die erste operative Stufe bereitstellen (Kalbsfilet aus dem Kühlschrank nehmen und schneiden.)
- Die operative Bestandsaufnahme war abgeschlossen, die Zucchini zerkleinert und das Mise en place stand bereit. Ein würdevoller Auftakt für den Abend. (Zucchini schneiden, Salbei waschen/trocknen, Knoblauch andrücken.)
- Ein voluminöserer Topf hätte die hydraulische Überlastung verhindert (Größeren Topf mit Nudelwasser aufsetzen.)
- Die operative Bestandsaufnahme der Zucchini ist abgeschlossen, nun folgt die eigentliche Wertschöpfung am Herd. (Pfanne erhitzen, Zucchini mit wenig Öl 5–7 Minuten kräftig braten. Herausnehmen und warmhalten.)
- Salz ins Wasser streuen und die Mafalde folgen lassen (Nudelwasser salzen. Nudeln hineingeben.)
- Kalbsmedaillons trocken tupfen und salzen (Kalbsmedaillons trocken tupfen und salzen.)
- Kalb kräftig anbraten bis die Bräunung sitzt (Kalb in die heiße Pfanne geben: ungefähr 2 Minuten pro Seite kräftig anbraten.)
- Hitze dämpfen, Butter hinzufügen und das Kalb noch zwei bis drei Minuten nachziehen lassen. (Hitze reduzieren, etwas Butter dazugeben und Kalb noch 2–3 Minuten nachziehen lassen.)
- Fünf Minuten Ruhepause für das Kalb abgedeckt veranlasst (Kalb herausnehmen und abgedeckt 5 Minuten ruhen lassen.)
- Das Butteraroma ist gesichert, die operative Grundlage steht (Butter in die Pfanne geben, Salbei und Knoblauch hinein und 2–3 Minuten leicht bräunen.)
- Das zurückgehaltene Kochwasser ist der entscheidende Feuchtespeicher für die finale Konsistenz (Nudeln abgießen, vorher etwa 100 ml Nudelwasser auffangen.)
- Ein Schuss Nudelwasser in die Salbeibutter, dann kurz kräftig durchschwenken (Nudeln mit einem Schuss Nudelwasser in die Salbeibutter geben und 1–2 Minuten kräftig durchschwenken.)
- Sorgfältig unterheben, salzen und pfeffern für eine saubere Geschmacksbilanz (Zucchini unterheben, mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.)
- Der Fleischsaft gehört in die Butter (Kalbsfilet prüfen und eventuell noch austretenden Fleischsaft zur Salbeibutter geben.)
- Das Finale stand an. Mafalde, Kalb und Zucchini trafen sich auf dem roten Teller, flankiert von Primitivo aus Neustadt. Ein ordentlicher Abschluss für einen chaotischen Prozess. (Anrichten und servieren.)











