2025-04-17 – Tag 10: Sonnenuntergang am Hafen

Reiseepisode

2025-04-17 – Tag 10: Sonnenuntergang am Hafen

Tag 10 · 2025-04-17 · Palma de Mallorca

Am zehnten Reisetag blieb in Palma de Mallorca noch dieser eine Blick über den Hafen. Vor der langen Mole lag ruhiges Wasser, dahinter standen Stadt und Berge unter einem klaren Himmel mit wenigen flauschigen Wolken. Die Sonne sank, ohne daraus eine Veranstaltung zu machen. Carlexander sah hinaus und bemühte sich um müde Würde, während sich Wehmut, eine kleine Tränendrüse und ein Lächeln erstaunlich problemlos denselben Moment teilten.

„Ein angemessener Abschluss“, sagte Carlexander. Briemma stützte sich ruhig auf ihren eleganten Gehstock und sah ebenfalls zum Horizont. „Vor allem, weil die nächste Schiffsreise schon gebucht ist.“ Das half. Stars Del Mar wartete bereits im nächsten Monat, mit neuer Tour und voraussichtlich mehr Spaß. Abschied lässt sich deutlich sachlicher ertragen, wenn er im Kalender schon einen Nachfolger hat.

Die Ankunft am Flughafen verlief dank der Organisation von TUI erstaunlich unspektakulär. Es blieb sogar Zeit für einen schnöden, stinknormalen Hot Dog mit Pommes und Coca-Cola Zero. Wobei „normal“ angesichts von Ketchup, Mayonnaise, grünen Salsa-Pfützen und geriebenen Zwiebeln eine großzügige Einordnung war. „Du analysierst dein Essen“, stellte Briemma fest. Carlexander betrachtete das Brötchen. „Ich prüfe nur, ob es einen Plan verfolgt.“

Danach übernahm der Flughafen die Bildregie. Vor einem großen Hangar standen weitere Gebäude, Pflanzen und ein Helikopter auf dem Boden. Kurz darauf war die Maschine deutlicher vor der Hangarstruktur mit der Beschriftung „ALA 49“ zu sehen, dahinter weitere Gebäude und Bäume unter klarem blauem Himmel. Carlexander verfolgte die Szenerie mit jener Aufmerksamkeit, die er technischen Abläufen grundsätzlich entgegenbringt, auch wenn niemand um eine Bewertung gebeten hatte.

Das Flugfeld setzte die nüchterne Ordnung fort: markierte Linien auf dem Boden, eine kleine weiße Gebäudestruktur, Grünflächen und Bäume. Keine erkennbare Handlung, nur Infrastruktur, die wusste, wo sie hingehörte. „Beruhigend für dich“, sagte Briemma. Carlexander nickte. Nach mehreren Tagen auf See wirkte ein sauber markierter Verkehrsweg beinahe wie ein persönliches Entgegenkommen.

Mit zunehmender Höhe wurden aus einzelnen Gebäuden dicht bebaute Stadtflächen. Dahinter lagen grüne Felder, Wiesen und Berge, alles klar und sonnig zu erkennen. Straßen verbanden die Bereiche zu einem Muster, das von oben überzeugend geordnet aussah. Das ist eine besondere Stärke von Luftaufnahmen: Sie lassen selbst komplizierte Gegenden so erscheinen, als hätte irgendwann jemand den Überblick gehabt.

Dann rückte die Küste ins Bild. Das blaue Meer zog sich an den Gebäuden einer Küstenstadt entlang, während im Hintergrund Berge unter klarem Himmel standen. Wenig später öffnete sich die Perspektive auf einen weiteren Küstenabschnitt mit Hafenbereich, bewaldeten Hügeln und Bergen. Von oben wirkte alles ruhig, obwohl unten vermutlich weiterhin Wege, Abfahrten und kleine Alltagsentscheidungen abgearbeitet wurden.

Schließlich lag auch der Hafen noch einmal unter uns. Ein großes Kreuzfahrtschiff lag am Anleger, umgeben von Yachten und Booten; dahinter erstreckte sich die Stadtlandschaft mit Gebäuden und grünen Flächen. Die Mein Schiff Relax wurde damit vom Reiseort wieder zum Bestandteil einer größeren Ansicht. Carlexander sah hinunter. „Jetzt ist es wirklich vorbei.“ Briemma blieb pragmatisch: „Für diesen Monat.“

So endete die TUI Taufreise der Mein Schiff Relax nicht mit großer Geste, sondern mit einem Sonnenuntergang, einem bemerkenswert belegten Hot Dog und einem letzten Blick aus der Luft. Palma de Mallorca wurde kleiner, der Hafen blieb noch einen Moment sichtbar, und die nächste Reise stand bereits fest. Das war genug Wehmut für einen Tag und zugleich eine brauchbare Aussicht: Stars Del Mar im nächsten Monat. Neue Tour, mehr Spaß.